* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit  wird in den Texten das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist. Dies gilt für alle Texte im Bereich "Kulturelle Bildung" *

Was ist Kulturelle Bildung?

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Das Sächsische Kulturraumgesetz bietet den Kulturräumen die Möglichkeit, in der jeweiligen Region selbstbestimmt über die Grundzüge der Kultur entscheiden zu können und bildet einen hervorragenden Anknüpfungspunkt, Kulturelle Bildung verbindlich zu organisieren, indem darin seit 2018 auch verankert wurde, dass „Einrichtungen und Maßnahmen der kulturellen Bildung angemessen zu berücksichtigen“ sind.

Aber was ist Kulturelle Bildung überhaupt?

Hier gibt es sehr viele verschiedene Denk- und Definitionsansätze, die sicher alle ihre Berechtigung haben.

Angesichts einer strukturell sehr verschiedenen Ausgangslage in den jeweiligen Regionen haben sich die Kulturräume untereinander im Freistaat Sachsen auf ein grundlegendes gemeinsames Verständnis des Begriffes geeinigt und in einem Grundsatzpapier zusammengefasst, um einen möglichst ähnlichen bis einheitlichen konzeptionell-theoretischen Rahmen der Kulturellen Bildungsarbeit in den Kulturräumen zu gestalten.

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Kulturelle Bildung „meint einerseits den subjektiven Bildungsprozess jedes einzelnen, wie auch die Strukturen eines Bildungsfeldes mit seinen zahlreichen Angeboten. Kulturelle Bildung bezeichnet also immer ein Praxisfeld, aber eben auch einen biografisch individuellen Bildungsprozess in, mit den und durch die Künste, eine Haltung oder sogar ein spezifisches Verständnis von Pädagogik“.

Nach diesem Verständnis

  • bezeichnet Kulturelle Bildung die Selbstbildung des Menschen durch Auseinandersetzung mit sich, seiner Umwelt und der Gesellschaft mit Methoden der Kulturpädagogik und durch die Künste;
  • umfasst Kulturelle Bildung aktive kreativ-künstlerische Betätigungsfelder sowie die Rezeption von Kunst und Kultur;
  • ist Kulturelle Bildung ein lebensbegleitender Prozess, zu dem alle Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht und sonstigen Lebensumständen Zugang haben sollen;
  • fördert Kulturelle Bildung Lernkompetenz, soziale und kulturelle Kompetenz als Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen, die alle Lebensbereiche (explizit auch die nicht im engeren Sinne künstlerisch-kulturellen) positiv beeinflussen;
  • ermöglicht Kulturelle Bildung Teilhabe am öffentlichen Leben im Kulturraum.

Kulturelle Bildung im Rahmen der BNE-Strategie

Die Sächsische Staatsregierung hat im Jahr 2019 eine Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verabschiedet, mit der das Ziel verfolgt wird, den Ansatz von BNE in allen Bildungsbereichen stärker zu integrieren – auch in Bereich der non-formalen Bildung und dem lebenslangen Lernen.

Mit den Mitteln und Methoden der kulturellen Bildung kann man die Umsetzung nahezu sämtlicher Bildungsziele befördern:

  • kulturelle Bildungsprojekte sind in den allermeisten Fällen partizipativ angelegt und
  • setzen auf Mitbestimmung der Teilnehmenden.
  • Sie vermitteln eine Vielzahl von Kompetenzen,
  • sind durchlässig,
  • achten auf Geschlechtergerechtigkeit und
  • finden häufig in Kooperation mit Partnern statt,
  • sind also interdisziplinär ausgerichtet.
  • Professionell begleitete kulturelle Bildungsangebote stärken die Rechte von Kindern und Jugendlichen,
  • bereichern das Zusammenleben in Städten und in ländlichen Räumen und
  • sind im Sinne der BNE

=> Kulturelle Bildung vermittelt nicht nur künstlerische Fähigkeiten, Fertigkeiten und Techniken. Sie zielt über die Vermittlung von Selbstvertrauen, Kreativität und Diskursfähigkeit auf die Stärkung der Persönlichkeit, vermittelt interkulturelle Kompetenz und Offenheit für andere Meinungen, demokratische Spielregeln und befähigt zur Teilhabe an der Gesellschaft.

Per se erfüllt Kulturelle Bildung den Anspruch von Bildung des Konzeptes der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Das 2018 verabschiedete Landesweite Konzept Kulturelle Kinder- und Jugendbildung ist ein Meilenstein, für den viele Jahre gearbeitet wurde, und das im Koalitionsvertrag der Landesregierung in seiner Umsetzungabsicht und Weiterentwicklung bestätigt wurde.